Starcraft II – Wings of Liberty
In der zugrunde liegenden Testreihe wurde vor allen Dingen die Kampagne des Spiels unter die Lupe genommen. Diese findet an Seiten der Terraner statt und bietet insgesamt 26 umfangreiche Missionen. Sie sind sehr abwechslungsreich und führen den Handlungsstrang des Vorgängers beziehungsweise dessen Addon weiter fort. Zudem darf man in einigen Nebenmissionen, die Rolle der Protoss übernehmen und kann dadurch etwas über die Vorgeschichte erfahren.
Man trifft auf viele alte Bekannte des Vorgängers, die sich dem Protagonisten anschließen oder sich ihm in den Weg stellen. In fantastisch gerenderten Zwischensequenzen erfährt man mehr über die Hintergründe und interessante Details über jeden einzelnen Charakter.
Auch die sonstige Spielgrafik ist überaus gut gelungen und sehr detailverliebt. Die passende Hintergrundmusik, die gute Synchronisation und der wohlklingende Sound, runden das Spielerlebnis ab. Die Atmosphäre ist also durchaus stimmig. Insgesamt ist der Stil Blizzard-typisch und steht anderen Produkten dieser Spieleschmiede in nichts nach.
Von Beginn an, konnte das Spiel überzeugen und bringt auf jeden Fall eine gehörige Menge Spaß und kurzweilige Unterhaltung. Während der Kampagne mussten Vespingas, sowie Kristall gefördert, Gebäude gebaut, sowie ausgebaut und Bunker errichtet werden.
Nebenbei galt es natürlich auch passende Einheiten zu produzieren, um die jeweilige feindliche Streitmacht in Schach zu halten und schließlich über sie zu siegen. Teilweise war jedoch auch nur eine handvoll ausgewählter Truppen vorhanden, die auf sich allein gestellt durch das Level geführt werden musste.
Zum Einen mussten riesige Wellen von Zerg aufgehalten werden. Zum Anderen bekam man es mit den hochentwickelten Protoss zu tun.
Die Zerg, eine tierähnliche Alienrasse, könnte man am besten als Parasiten bezeichnen. Sie gehen nach dem Motto: Masse statt Klasse vor. So versuchten sie während den Missionen nicht selten, mit unglaublich vielen kleineren Einheiten die Basis in Schutt und Asche zu legen.
Teilweise bauten sie Tunnel und kamen direkt aus dem Boden selbst. Das Gefühl von Sicherheit war demzufolge sehr trügerisch, da man sich nie sicher sein konnte, wo und wann sie als nächstes angreifen werden.
Dahingegen sind die Protoss, humanoide Außerirdische, alles andere, als auf Masse ausgelegt. Ihre größte Stärke sind ihre technologischen Errungenschaften. Sie verfügen über kugelsichere Energieschilde, Tarnfelder und gewaltige Laser.
Ihre gigantischen Roboter, starken Flugeinheiten und fantastischen, teils unsichtbaren, Nahkämpfer machten es nicht leicht, gegen sie zu bestehen. Die Tatsache, dass sich einige ihrer verschiedenen Einheiten sehr gut ergänzen, machte es auch nicht einfacher.
Doch mit Hilfe der nicht minder starken Einheiten der Terraner konnte jedem der beiden Widersacher und ihren Truppen etwas passendes entgegengesetzt werden. Die Terraner, unsere Nachfahren, sind eine kämpferische und technologisch ausgeglichene Rasse.
Sie setzen auf Projektilwaffen und starke Panzerungen, konnten jedoch auch Tarnfelder und Laser von den Protoss in ihren Besitz bringen.
In den verschiedenen Missionen gegen die Zerg-Bedrohung, waren vor allem Flammenwerfer und eine Menge kleinere Projektilwaffen sehr praktisch, während den Protoss besser mit großen Geschützen und stark gepanzerten Einheiten zu Leibe zu rücken war. Auch verschiedenste Flugeinheiten machten Sinn. Es wurden meist eher kleinere Jäger zur Dezimierung der Zerg eingesetzt und ausgewachsenen Schlachtschiffe gegen die Protoss ausgesandt.
Neue Einheiten bekam man in den einzelnen Missionen, in denen manchmal eine Wahl getroffen werden musste. Vertraute beziehungsweise half man in diesen Levels dem einen, erhielt man nicht selten einen guten Verbündeten und neue Einheiten, stieß hingegen beim anderen auf Verachtung.
Große Vorteile der Terraner waren und sind, ihre Einheiten zur Heilung der gesamten Infanterie, sowie die Möglichkeit sämtliche Vehikel und Gebäude reparieren zu können. Zum Einen ließ sich dies durch Sanitäter und WBFs, die Arbeitsdrohnen der Terraner, bewerkstelligen.
Zum Anderen konnte beides, durch die Erforschung bestimmter Technologien, durchgeführt werden. Dabei handelte es sich in diesem Beispiel um fliegende Sanitäts- und Transportschiffe und Reparatureinheiten.
Die erwähnten Technologien, können nach den Missionen ausgewählt werden und erfordern Zerg- beziehungsweise Protoss-Relikte. Dementsprechend gibt es zwei Technologiestränge, die insgesamt 20 verschiedene Technologien ermöglichen. Dadurch, dass bei jedem Aufstieg nur eine von je zwei Varianten gewählt werden kann, variieren die Einheiten und Verbesserungen des Einzelnen und somit auch der Spielstil.
Zudem konnten die Gebäude und Einheiten, zwischen den Missionen, aufgerüstet werden. Dazu standen je zwei Upgrades zur Auswahl, die beide durchgeführt werden konnten. Nach und nach entstand somit, die nötigen Kredits vorausgesetzt, eine schlagkräftige und gut geschützte Truppe.
Alles weitere soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Macht euch also am besten selbst ein Bild und lasst euch auf dieses Abenteuer ein.
Abschließend ist zu sagen, dass Starcraft II ein durchaus würdiger Nachfolger des ersten Spiels ist und alles in allem einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat. Die Kampagne machte Lust auf mehr und war sehr unterhaltsam. Die vielen Neuerungen wussten zu überzeugen und verbanden sich sehr gut mit altbekannten Spielelementen.
Wer also Lust bekommen hat, sich wieder einmal ein durchdachtes Strategiespiel, das gleichermaßen einsteigerfreundlich, wie komplex ist zu Gemüte zu führen, wird wohl kaum um Starcraft II herum kommen. Viel Spaß beim spielen wünscht euch euer Tester.

